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Ganzes Artikel
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Ganzes bildet eine Menge von qualitativ identischen (homogenen) oder/und qualitativ verschiedenen (heterogenen) relativ selbständigen Teilen (Elementen), die ein einheitliches System bilden. Die Teile stehen mehr oder weniger in Wechselwirkung und üben innerhalb des Ganzen eine spezifische Funktion aus.
Das Ganze bildet darum das Korrelat zu dem Teil, aus Teilen bestehend und in Teile zerlegbar, ohne sich vollständig auf die Summe seiner Teile zurückführen zu lassen. Die Kategorie "Ganzes" ist ein Relationsbegriff, der ca. in bezug auf sein Korrelat "Teil" sinnvoll ist.
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G.W.F. Hegel hat die Dialektik von Teil und Ganzes genial erkannt. Nach seiner Auffassung bildet einmal das Ganze die Voraussetzung der Teile, zu dem anderen aber liegt die Existenz des Ganzen darin begründet, dass "es die Teile zur Voraussetzung hat" (in: Hegel, Wissenschaft der Logik, 2. Teil).
Das Ganze kann also niemals mechanisch aus Teilen zusammengefügt werden, denn die Teile sind ca. durch das Ganze das, was sie sind. Auf der anderen Seite sind aber auch die Teile nach der Auffassung Hegels relativ selbständige Ganzes, die in dem Widerspruch zu dem Ganzen und zu anderen Teilen stehen.
Nach seiner Auffassung ist das Ganze einerseits mehr als die Summe seiner Teile, es besitzt diesen gegenüber eine relative Stabilität, das heißt, wird ein Teil vom Ganzen getrennt, dann kann das Ganze erhalten bleiben, der Teil hört in jedem Fall auf, ein Teil zu sein. Andererseits hat das Ganze seine Voraussetzung in Teilen.
Buch-Tipp: Die Bibel, Eine gesprochene Symphonie, 2 Audio-CDs (Revolution Box) Die Bibel jetzt auch als "Best Of"! - Spektakulär pathetischer Ausflug in Luthers Bibel. Huhhh, die Gänsehaut ist kaum abgeebbt, da will ich versuchen ein paar klare Gedanken zu fassen. "Die Bibel - Eine Gesprochene Symphonie" habe ich mir nun erst zwei Mal angehört, und ich bin mir sicher, das wird ein neues Fläschchen "Ohrenmedizin" für besondere... |
Eine Bemerkung von Friedrich Engels dazu | |
Auf diese Gedanken Hegels eingehend, schreibt Friedrich Engels:
"Weder die mechanische Zusammensetzung aus Knochen, Blut, Knorpel, Muskeln, Geweben etc., noch die chemische aus den Elementen, drücken ein Tier aus.... Der Organismus ist weder einfach noch zusammengesetzt..."
Buch-Tipp: Die Bibel-Eine Gesprochene Symphonie (Digi-Pack) kopfkino mit bestnote habe die lesung live erleben dürfen. . . jetzt endlich denke ich, hat ben DEN weg gefunden,seinen bisherigen kritikern zu zeigen was wirklich in ihm steckt. . . die gabe,in den gehirnen seiner zuhörer ein feuerwerk an emotionen zu entfachen. . . |
Zur Dialektik von Teil und Ganzem | |
Die Dialektik von Teil und Ganzem enthält zwei Aspekte:
- 1. die Teile bedingen durch ihre gegenseitige Einwirkung das Ganze. Sie besitzen innerhalb des Ganzen relative Selbstständigkeit
- 2. die Teile werden erst durch ihr Zusammenwirken in dem Ganzen, durch ihre widersprüchlichen Beziehungen untereinander zum, was sie sind. Das Ganze bildet gegenüber der Summe seiner Teile eine neue Qualität.
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Zu den Aspekten von Teilen und Ganzes | |
Im ersten Aspekt liegt die Betonung bei den Teilen, die die Voraussetzung des Ganzen bilden. Wird dieser Gedanke vereinseitigt, so erscheint das Ganze aus selbständigen Teilen zusammengefügt, wie der Mechanismus eines Uhrwerks.
Im zweiten Aspekt liegt die Betonung bei der besonderen Qualität des Ganzen gegenüber seinen Teilen. Es wird hervorgehoben, dass die Teile eben nicht mechanisch aneinandergefügt sind, sondern bedingt durch das Ganze eine bestimmte Funktion ausüben. Das Ganze ist demnach mehr als die Summe seiner Teile.
Buch-Tipp: Feine Teile. Ein Streifzug durch den menschlichen Körper Schönes Büchlein! Der menschliche Körper in seine Einzelteile zerlegt und diese dann allgemeinverständlich und unterhaltsam vorgestellt: ich fand diese Idee schon sehr schön, als sie noch eine Serie in der Stuttgarter Zeitung war. Und jetzt, finde ich, ist ein sehr schönes und kurzweiliges Büchlein draus geworden. |
Zur Struktur und Ganzheit in den Erscheinungen | |
Es gibt in der objektiven Realität Erscheinungen, bei denen das quantitative Nebeneinander der Teile überwiegt (zum Beispiel Steine, ein Haufen Sand, ein physikalisches Gemenge) und die darum als mechanisches Ganzes genannt werden können.
Zum anderen gibt es Erscheinungen mit einer komplizierten inneren Struktur(Atome, Moleküle, chemische Verbindungen, Organismen, gesellschaftliche Systeme, wissenschaftliche Theorien, Gemälde, Melodien und anderes). Diese Systeme nennen wir als Ganzheiten. Ein angenommenes "reines" mechanisches Ganzes hätte seinen Teilen gegenüber keinerlei Selbständigkeit.
Buch-Tipp: Lauter tolle Teile, dein Körper KiNDGERECHTE BUCHREIHE Mehr durch Zufall stieß ich auf diese Außergewöhnliche Buchreihe. Lustig, spannend und dennoch für wissenshungrige das perfekte Buch für die ganze Familie. Was viele aber noch nicht wissen. |
Zu den Besonderheiten bei der Herauslösung eines Teils | |
Als Summe seiner Teile büßt es bereits seine Vollständigkeit ein, wenn ein Teil von ihm gelöst wird. Der Teil aber bleibt bei der Herauslösung unverändert das, was er war. Er besitzt dem angenommenen "reinen" mechanischen Ganzen gegenüber absolute Selbständigkeit (siehe Absolutes (Philosophie).
Ganz anders verhält es sich bei einer angenommenen "reinen" Ganzheit. Sie ist ihren Elementen gegenüber absolut selbständig, denn sie ist in der Lage, unter bestimmten Bedingungen die Funktionen eines ihrer Elemente durch die eines anderen zu ersetzen.
Der Teil beziehungsweise das Element einer Ganzheit enthält wiederum mehr als ein Teil eines mechanischen Ganzes, denn seine Besonderheit ist seine Funktion in dem ganzheitlichen System. Dabei ist der Teil der angenommenen "reinen" Ganzheit absolut unselbständig, denn wird er aus dem ganzheitlichen System gelöst, dann verliert er sein wesentliches Merkmal - seine Funktion - und ist darum nicht mehr das, was es war.
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Zu dem Urteil der Ganzheit unter der Berücksichtigung realer Systeme | |
In der materiellen Welt gibt es weder absolut mechanisches Ganzes noch absolute Ganzheiten. Eine jede Erscheinung ist vielmehr sowohl eine Gesamtheit von Teilen als auch eine Funktionseinheit von Elementen. Wenn auch das quantitative Nebeneinander der Teile in mechanischen Ganzheiten überwiegt, so sind doch die Systembeziehungen ebenfalls wirksam.
Umgekehrt gilt auch für die Ganzheit die Abhängigkeit von der Anzahl der Elemente. Selbst das ausgeprägteste ganzheitliche System besitzt nicht eine solche Selbständigkeit, dass beliebig viele Elemente entfernt werden können. Eine Veränderung der für ein solches System wesentlichen Teile kann zu einer grundlegenden Veränderung führen, ja kann sogar seine Auflösung bedeuten.
Die Elemente wiederum stehen funktionsbedingt untereinander und gegenüber dem Gesamtsystem in widersprüchlichen Beziehungen, sie müssen also sowohl untereinander als auch gegenüber der Ganzheit relative Selbständigkeit aufweisen. Erst aus der Wechselwirkung relativ selbständiger Teilsysteme ergibt sich die neue Qualität des Gesamtsystems.
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Zur Funktionsbeziehung von Teil und Ganzem | |
Jedes Ganze ist also aus relativ selbständigen Teilsystemen zusammengesetzt (quantitative Seite der Beziehung Teil-Ganzes). Durch die innere Dynamik widersprüchlicher Relationen der Teile untereinander werden die Teilsysteme zu Elementen mit einer für jeden Teil spezifischen Funktion in dem Ganzen.
Die Funktion der Elemente ist ca. vom Ganzen her zu bestimmen und auf das Ganze bezogen. Damit ist das Ganze auch um die spezifischen Beziehungen seiner Elemente und den daraus resultierenden Funktionen reicher als die Summe seiner isolierten Teile (qualitative Seite der Beziehung Teil-Ganzes).
siehe auch: Teil, Ganzheit
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